San Francisco: Palace of Fine Arts Theatre

San Francisco: Palace of Fine Arts Theatre

gebaut für die Panama-Pacific International Exposition 1915

gebaut für die Panama-Pacific International Exposition 1915

Fort Point und Golden Gate Bridge

Fort Point und Golden Gate Bridge

Sinnbild für den aussichtslosen Kampf gegen die Salzkorrosion

Sinnbild für den aussichtslosen Kampf gegen die Salzkorrosion

Alcatraz, "The Rock"

Alcatraz, “The Rock”

Nach fast 80Jahren immer noch genügend Platz für Autos, Fussgänger und Fahrräder

Nach fast 80Jahren immer noch genügend Platz für Autos, Fussgänger und Fahrräder

neue Streben im alten Look

neue Streben im alten Look

reicht es?

reicht es?

Fahrt Richtung Sausalito

Fahrt Richtung Sausalito

Blick nach Down Town San Francisco

Blick nach Down Town San Francisco

Blick auf Point Bonita Light House, früher DER Ansteuerungspunkt

Blick auf Point Bonita Light House, früher DER Ansteuerungspunkt

Sturmwellen haben die Felsbrücke erodiert, rund 100 m.ü.M

Sturmwellen haben die Felsbrücke erodiert, rund 100 m.ü.M

schon halbe Landratten

schon halbe Landratten

Ansicht von Sausalito nach Süden

Ansicht von Sausalito nach Süden

Die Adresse für Prime Rib

Die Adresse für Prime Rib

Platz hat es nur an der Bar

Platz hat es nur an der Bar

der berühmte Nebel des Golden Gate

der berühmte Nebel des Golden Gate

Schlepper mit Schleppkahn, schon lange hörbar, knapp sichtbar

Schlepper mit Schleppkahn, schon lange hörbar, knapp sichtbar

Auf der Brücke ist es gar nicht so schlimm

Auf der Brücke ist es gar nicht so schlimm

Napa Valley: Castello di Amorosa

Napa Valley: Castello di Amorosa

Teurer Lebenstraum

Teurer Lebenstraum

Innenhof

Innenhof

Die Weine sind nur hier käuflich

Die Weine sind nur hier käuflich

Flaschengrössen

Flaschengrössen

Blick zurück aus den Reben

Blick zurück aus den Reben

auf der Rückreise hat der Nebel zugenommen

auf der Rückreise hat der Nebel zugenommen

Lombard Street

Lombard Street

Cable Car, muss an der Endhaltestelle gewendet werden

Cable Car, muss an der Endhaltestelle gewendet werden

Benihana

Benihana

Zwiebelvulkan

Zwiebelvulkan

Geburtstagsfeier in Tucson bei Margrit und Maya

Geburtstagsfeier in Tucson bei Margrit und Maya

Tiramisù mit Cüpli

Tiramisù mit Cüpli

Die Wüste lebt

Die Wüste lebt

Kaktusblüten

Kaktusblüten

Saguaro-Kaktus

Saguaro-Kaktus

Feindabwehr

Feindabwehr

Mit Maya im Desert Museum

Mit Maya im Desert Museum

Geiermaya oder Mayageier?

Geiermaya oder Mayageier?

Mountain Lion (Cougar) oder Puma

Mountain Lion (Cougar) oder Puma

früher Rosen-, heute Sukkulentengarten bei Margrit

früher Rosen-, heute Sukkulentengarten bei Margrit

endlich wieder ein erfrischendes Morgenbad

endlich wieder ein erfrischendes Morgenbad

die schönen Tage sind viel zu schnell vorbeigegangen

die schönen Tage sind viel zu schnell vorbeigegangen

seit 1990 hat er gewaltig an Höhe zugelegt.

seit 1990 hat er gewaltig an Höhe zugelegt.

Mutter und Tochter

Mutter und Tochter

Wüste ade

Wüste ade

Vor.......

Vor…….

.... und nach Evakuierung

…. und nach Evakuierung

Murray Morgan Bridge, gebaut 1911, 2013 nach Totalrenovation wiedereröffnet

Murray Morgan Bridge, gebaut 1911, 2013 nach Totalrenovation wiedereröffnet

Blick auf Mount Rainier

Blick auf Mount Rainier

letztes Mittagessen im Cockpit

letztes Mittagessen im Cockpit

Sturm an der Columbia River Bar

Sturm an der Columbia River Bar

leichte Vorlage

leichte Vorlage

die Gischtwolken steigen die Felsenküste hoch

die Gischtwolken steigen die Felsenküste hoch

typische Schaumstreifen bei Sturm

typische Schaumstreifen bei Sturm

unser Hausrat fertig zum Abtransport

unser Hausrat fertig zum Abtransport

vor sechs Jahren sassen wir auf der Steuerbordseite

vor sechs Jahren sassen wir auf der Steuerbordseite

es war schön, danke PussyCat

es war schön, danke PussyCat

 

Wir wünschen dir weiterhin "Mast- und Schonbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel".

Wir wünschen dir weiterhin “Mast- und Schonbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel”.

San Francisco:

Auf dem Flug nach San Francisco haben wir strahlendes Wetter und sehen all die Berggipfel, den Mt. St. Helens und den Crater Lake noch einmal von oben. Spätestens bei unserem Abendspaziergang zur Fishermen’s Wharf bestätigt sich auf

Fort Point und Golden Gate Bridge

Fort Point und Golden Gate Bridge

eindrückliche Weise, dass hier Hochsaison herrscht: Es wimmelt von Touristen, auch Schwyzertüütsch hört man nicht selten. Die Restaurants sind fast alle voll und die Wartezeiten werden uns mit bis zu anderthalb Stunden angedroht! Schliesslich finden wir doch noch einen Platz mit Aussicht auf den Fischerhafen. Das Essen ist zwar nicht billig (wie übrigens alles in San Francisco!), schmeckt aber ausgezeichnet.

Die ersten zwei Tage besuchen wir das Fort, die Golden Gate Bridge und Sausalito nördlich des Golden Gate. Seit unserem ersten Besuch hier vor 26 Jahren hat sich doch einiges verändert. Wir staunen auch, dass ein Teil der Stahlkonstruktion der Brücke wegen tektonischen Verschiebungen ersetzt werden muss: Eine extrem aufwändige und teure Angelegenheit!

Auf der Nordseite des Gate fahren wir die Küstenstrasse nach Westen. Die Aussichten auf die Brücke und die Meerenge sind

Blick auf Point Bonita Light House, früher DER Ansteuerungspunkt

Blick auf Point Bonita Light House, früher DER Ansteuerungspunkt

spektakulär. Ein Spaziergang bei wunderschönem Sommerwetter führt uns zum Leuchtturm auf Point Bonita, der wichtigste Ansteuerungspunkt für die Schifffahrt in der „Vor-GPS-Ära“. Sturmwinde, Nebel und Strömungen haben in diesen Gewässern so manchen Schiffsuntergang verursacht.

Am zweiten Tag machen wir einen Ausflug ins Sonoma und Napa Valley. Wir sind von der Vielzahl und der Grösse der Vineyards überwältigt. Dem „Castello di Amorosa“ statten wir einen Besuch ab. Ein ehemaliger Italiener hat 200 Container Material von der Toscana hierher schippern lassen und seinen Lebenstraum in Form eines Weinschlosses verwirklicht. Echt italo-amerikanisch! Zwei Drittel des Baus liegen unterirdisch und beherbergen die Keller und die Degustationsräume. Man kann mit dem Eintritt 5 Weine gratis kosten. Auch von deren Qualität sind wir ziemlich beeindruckt, allerdings sind

Flaschengrössen

Flaschengrössen

sie auch nicht billig: Der beste Rotwein der „einfachen Serie“ kostet immerhin 55 Dollar, ist aber mit einem guten Bordeaux absolut vergleichbar!. Da man die Weine ausschliesslich direkt hier im Schloss kaufen kann, laufen wir nicht Gefahr, unser strapaziertes Budget weiter zu belasten. Erstaunlich ist nur, dass der ganze Wein auf diese Art verkauft werden kann. Immerhin handelt es sich um den drittgrössten Vineyard im Napa Valley!

Am Dienstag stehen wir früh auf und stehen bereits um 7 Uhr an der Kasse für eine Fahrt nach Alcatraz an. Im Internet sind die Karten für die nächsten 8 Tage ausverkauft! Die Kassiererin hat uns gestern verraten, dass immer hundert für den Verkauf am Morgen zurückbehalten werden. Allerdings stehen schon mindestens 70 Personen Schlange! Um 10 vor acht, wir wären nach einer einzelnen japanischen Dame die nächsten gewesen, wird verkündet, dass die Karten für diesen Tag definitiv

der berühmte Nebel des Golden Gate

der berühmte Nebel des Golden Gate

ausverkauft seien. Wir müssten also morgen eine Stunde früher antraben, um die berühmt-berüchtigte Gefängnis-Insel in natura zu sehen. Der Entschluss, Alcatraz lieber noch einmal im Film „The Rock“ mit Sean Connery und Nicolas Cage mit entsprechender Action zu erleben, ist sehr schnell gefasst!

Dafür sind heute die Aussichten auf die Brücke spektakulär: Der Nebel liegt dicht über dem Wasser und die Pylonen schauen nur mit ihren Spitzen oben heraus. Im Sommer ist dieser Nebel ja legendär. Das aufgeheizte Land bewirkt eine Seebrise, die warm-feuchte Luft an die Küste und durch das Gate bringt. Diese kondensiert über dem kühlen Wasser und bildet den dichten Bodennebel. Die Gross-Schiffe sind durch ihre tiefen Horn-Signale auszumachen. Erst kurz vor Alcatraz tauchen sie gespenstisch aus dem Nebel auf.

Cable Car, muss an der Endhaltestelle gewendet werden

Cable Car, muss an der Endhaltestelle gewendet werden

Für unseren letzten Tag kaufen wir eine Tageskarte für Cable Car und Buslinien. Das Wetter ist kühl und selbst in der Stadt ist es neblig geworden. Am Abend nehmen wir nahe beim Hotel den Cable Car und einen Bus nach Japan Town. Wir gönnen uns zu Ursi’s Geburtstag-Vorabend ein Essen im „Benihana“.

Schon die ganzen Tage ist uns aufgefallen, dass die Radfahrer in dieser Stadt eine äusserst elitär-aggressive Spezies darstellen. Weil unser Busfahrer wie gewohnt nach den häufigen Haltestellen zügig beschleunigt und vor dem nächsten Halt entsprechend „sportlich“ abbremst, fühlen sich zwei Velofahrer in ihrer Stahlesel-Freiheit beschnitten, weil sie ebenfalls kurz abbremsen müssen. Ihren Unwillen und die Überzeugung, dass sie die einzigen wirklich berechtigten Strassenbenützer in der Stadt der grossen Freiheit sind, tun sie kund, indem sie dem Busfahrer kurzerhand den Stinkefinger zeigen!! Offenbar sind sie nicht nur in ihrer Freiheit, sondern auch charakterlich und geistig kastriert! Eine seltsame Verkehrskultur, die unser schwarzer Chauffeur zum Glück mit einem einfachen Kopfschütteln quittieren kann; er steht über der Sache.

Das Essen im Benihana ist auch nach 26 Jahren immer noch ein Erlebnis. Auf der Rückfahrt nach 22:00 Uhr mit dem Cable

Benihana

Benihana

Car ist es bereits empfindlich kalt. Der „Trämler“ ist in eine dicke Winterjacke gepackt und hat die Kapuze bis tief ins Gesicht gezogen. Nach dem Gedränge und den Wartezeiten tagsüber haben wir jetzt den Wagen fast für uns allein. Die weltberühmten Cable Cars von San Francisco sind zwar absolut einzigartig, ihre Technologie ist uralt, aber dennoch bemerkenswert, wie man im Cable Car Museum sozusagen „live“ sehen kann. Als wirkliches Verkehrsmittel sind sie allerdings bei aller Nostalgie und Faszination wegen ihrer geringen Kapazität und der enormen Wartezeiten völlig untauglich. Scheen saan’s die Dinger, aber unpraktisch!

Tucson:

Tiramisù mit Cüpli

Tiramisù mit Cüpli

Am 29. September, Ursi’s Geburtstag, fliegen wir nach Tucson. Margrit und Maya kommen uns am Flughafen abholen, so müssen wir für einmal kein Auto mieten. Unser erster Besuch hier war 1990, wir fühlen uns aber sofort wieder zu Hause, nur die Saguaro Kakteen sind deutlich grösser geworden. Zur Feier des Tages gibt es eine grosse Tiramisu-Torte und ein Glas Champagner.

Wir geniessen ein paar Tage bei warmem Sommerwetter mit morgendlichem Bad im Pool. Maya hat für den Freitag Karten im Gas Light Theater besorgt, das vielleicht vergleichbar ist mit dem Theater am Hechtplatz oder dem Bernhardtheater. Man sitzt an kleinen Tischen und kann gleichzeitig etwas trinken und essen. Gespielt wird die Geschichte von Frankenstein. Das Ganze ist äusserst witzig und gut gespielt und gesungen. Ein sehr gelungener, lockerer Abend, genau das Richtige für uns, nach so langer Zeit kultureller Abstinenz!

Maya führt uns auch durch das Desert Museum ausserhalb Tucson, wo sie als Volontärin arbeitet. Seit unserem ersten

Mountain Lion (Cougar) oder Puma

Mountain Lion (Cougar) oder Puma

Besuch wurde hier sehr viel für die Tiere gemacht. Die Gehege wurden mit viel Aufwand und Liebe sehr viel grösser und artgerechter gestaltet. Dank Mayas kundiger Führung erhalten wir natürlich sehr viel Hintergrundinformationen. Auf einer Pflegestation werden Tiere aus der Natur gesund gepflegt und wenn möglich wieder ausgewildert. Highlights sind sicher eine Life-Tier-Show, ein Bassin mit kleinen Stachelrochen, die Bighorn Sheeps und der Mountain Lion (Puma).

Margrit verwöhnt uns mit gutem Essen, am letzten Abend gibt es ein Fondue Bourguignonne. Am Mittwoch bringen uns unsere zwei Gastgeberinnen wieder zum Flughafen. Ab Nord-Kalifornien ist der Himmel zunehmend bedeckt, aber in Seattle und Tacoma ist das Wetter ganz gut, nur viel kühler als in Tucson! Als erstes nehmen wir deshalb an Bord den kleinen Heizlüfter in Betrieb.

Schlussspurt:

In der Zwischenzeit hat Matthew zwei Besichtigungen der PussyCat organisiert. Ein Interessent hat ein konkretes Angebot gemacht, aber das liegt doch etwas unter unserer Schmerzgrenze. Wir machen ein Gegenangebot und lassen uns überraschen, ob was daraus wird. Nach einigem hin und her steigt er aus, wir konnten uns nicht auf einem gemeinsamen Nenner finden.

Wir nutzen das schöne Wetter, um unseren ganzen Hausrat in Kartonkisten zu verpacken. Schliesslich müssen wir ein zweites Palet kommen lassen, weil es einfach nicht reicht. Es ist schon erstaunlich, wie viel wir auf unserer PussyCat untergebracht hatten. Fast 450 Kilos kommen am Schluss zusammen! Unsere Lady erhebt sich förmlich aus dem Wasser mit dieser Entlastung. Einmal mehr zeigt sich, wie empfindlich ein Kat auf Zuladung reagiert! Eigentlich müsste man ein solches Schiff möglichst leer segeln können, erst dann käme das volle Geschwindigkeitspotential zum Tragen. Aber das soll uns ja jetzt nicht mehr allzu sehr kümmern!

letztes Mittagessen im Cockpit

letztes Mittagessen im Cockpit

Die letzten beiden Tage konnten wir noch einmal bei stahlblauem Himmel und sommerlich warmen Temperaturen im Cockpit zu Mittag essen. Kaum geht die Sonne unter, wird es aber richtig kalt, und wir flüchten in den Salon. Mit dem Abschluss unserer Packarbeiten bricht auch das sonnige Herbst-Wetter förmlich mit Pauken und Trompeten zusammen: Die ersten Sturmtiefs kommen vom Nordostpazifik auf die Küste zu und bringen ausgiebig Regen und stürmische Winde. Der Marina-Manager warnt alle Bootsbesitzer mit einem Mail vor den zu erwartenden Sturmwinden bis zu 50 Knoten! Ironie des Schicksals: über 6 Jahre haben wir ohne Sturm überstanden. Sollte uns jetzt zum Schluss doch noch einer treffen? Mit zusätzlichen Leinen und Fendern vertäuen wir das Schiff, aber eigentlich sind wir zuversichtlich, dass wir hier in der Foss Harbor Marina genügend geschützt liegen.

Der Interessent aus Idaho hat sich wieder gemeldet und ist bereit unseren Preis zu zahlen. Wir unterschreiben den Vertrag und mailen in zurück. Bis zum 25. November hat er allerdings das Recht nach Inspektion durch einen Surveyor vom Vertrag zurückzutreten. Am 12. Dezember wäre dann Deadline für die Umsetzung des Vertrages. Bis wir das Geld auf unserem Konto haben, dauert es also noch ein Weilchen, und so lange bleibt der Champagner noch verkorkt.

An der Pazifikküste im Bereich von Greys Harbor und der Columbia River Bar werden Winde bis 70 Knoten angekündigt. Zwar wird es in den kommenden Tagen mehrheitlich regnen, aber das Schauspiel des auflandigen Seeganges bei diesem Sturm möchten wir nicht verpassen.

Am Samstag morgen fahren wir nach dem Frühstück los. Den ganzen Weg regnet es, zeitweise Sintflut-artig. In Ilwaco, am Nordufer der Columbia River Bar nehmen wir einen kleinen Imbiss in einem Restaurant am Hafen. Der Sturm rüttelt ganz gehörig am Haus, selbst zwischen den Pontons und zwischen den Booten sehen wir fliegendes Wasser! Anschliessend fahren wir zum Cape Disappointment. Der Regen lässt etwas nach für die kurze Wanderung zum Leuchtturm. Schon der Blick

die Gischtwolken steigen die Felsenküste hoch

die Gischtwolken steigen die Felsenküste hoch

hinunter in die nördliche Bucht ist spektakulär: Die Seen stehen direkt von Südwesten in die kleine Bucht nördlich des Kaps und brechen schwer an der felsigen Küste. Die Gischt weht in dichten Wolken die Felsklippen hinauf bis zum Weg. Regen und Salzwasser-Spray sind gemischt und durchnässen uns schnell. Am äussersten Felsen, auf dem der Leuchtturm steht, fällt das Gehen bei der Windstärke richtig schwer. Es bläst uns fast von den Füssen, wir lehnen uns richtig gegen den Wind, um nicht umzufallen. An den exponiertesten Stellen sind wir froh um die Geländer. Kapuze und Oeljacke flattern im Sturm, der uns lautstark um die Ohren jault. Die Sicht hinunter auf die River Bar ist stark eingeschränkt, man sieht jedenfalls nicht bis zum südlichen Wellenbrecher, das Meer schäumt richtiggehend, die Wellenkämme reissen mit dem Wind ab und die Wasser-Oberfläche ist mit dichten Schaumstreifen bedeckt. Überall fliegendes Wasser. Die See tobt und dichte Wolken von Gischt wehen auch hier die Felswände herauf und über das Kap hinweg. Ich kann nicht genau sagen, mit vielen Knoten der Sturm bläst, aber eine solche Windstärke haben wir jedenfalls noch nie auch nur annähernd erlebt. Ich denke 50 Knoten dürften etwa hinkommen, d.h. Sturm bis schwerer Sturm oder Stärke 9-10 auf der Beaufort Skala.

Wir sind froh, nicht draussen auf See zu sein und unser Entscheid zu Gunsten des Landlebens scheint auch unter diesen Umständen mehr als richtig! Auf dem Rückweg legt der Regen wieder zu und wir erreichen den Parkplatz durchnässt bis auf die Haut.

Etwas weiter südlich in Seaside finden wir ein hübsches Hotel direkt an der Oceanfront mit Sicht auf die Brandung. Wenigstens ist es in dieser Jahreszeit kein Problem, ein Zimmer zu finden. Die Saison ist passé und ausser einigen Verrückten wie uns, gibt es keine Touristen mehr. Wir wechseln die nassen Kleider und sind froh, über ein geheiztes Zimmer und das Dach über dem Kopf.

Über Portland und St. Helens, wo wir noch einmal übernachten, erreichen wir am Montag wieder Tacoma. Die PussyCat hat alles gut überstanden. Matthew berichtet uns, dass es hier nur kurz mit 32 Knoten geweht hat, ansonsten war der Sturm schwächer als erwartet.

unser Hausrat fertig zum Abtransport

unser Hausrat fertig zum Abtransport

Am Dienstag und Mittwoch beladen wir unsere zwei Palette und verzurren die Kartons mit Gurten. Schliesslich wrappen wir das Ganze mit einer dünnen Plastik-Folie ein. Mit Matthew besprechen wir das weitere Vorgehen: Er wird das Schiff ca. Mitte November zu einem Haul Out nach Port Townsend fahren, wo Käufer und Surveyor das Unterwasser inspizieren werden. Wenn der Käufer sein def. OK gibt, fallen ein paar Formalitäten für die Eigentumsübertragung an, und schliesslich sollten wir das Geld per Banküberweisung auf unser Dollarkonto in der Schweiz überwiesen erhalten.

Am Freitag Nachmittag kommt der Truck, der unsere beiden Palette auflädt und zu einem Umschlagplatz in Fife fährt, einem Vorort östlich von Tacoma. Von dort geht es dann mit einem Eighteen Wheeler quer durch den Kontinent nach Charleston/South Carolina. Weiter geht es per Containerfrachter über den Atlantik nach Rotterdam und dann den Rhein hinauf nach Basel. Die letzte Etappe nach Uznach führt wieder per Lastwagen über die Strasse (einfach zwei Nummern kleiner). Wir sind gespannt, in welchem Zustand unsere fein säuberlich eingepackten Kartons ankommen werden.

Für uns brechen die letzten Tage auf der PussyCat an. Wegen der vorgesehenen Fahrt nach Port Townsend können wir uns weitere Einwinterungsarbeiten ersparen, sämtliche Systeme werden sowieso einem Testlauf unterzogen.

Die letzten vier Nächte haben wir ein Zimmer in einem Hotel genommen. Am 26. Oktober fliegen wir ab und landen am 27. in Kloten, wo uns unsere lieben Freunde Ruth und René wieder in Empfang nehmen.

Nach Neujahr werden wir dann unseren neuen Wohnsitz in Uznach definitiv beziehen. Ein grosses Kapitel in unserem Leben geht zu Ende, aber wir freuen uns sehr auf das neue Leben.

Wir wünschen dir weiterhin "Mast- und Schonbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel".

Wir wünschen dir weiterhin “Mast- und Schonbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel”.

vor sechs Jahren sassen wir auf der Steuerbordseite

vor sechs Jahren sassen wir auf der Steuerbordseite