Die Wetterprognose stimmt: Auf geht's nach Tacoma

Die Wetterprognose stimmt: Auf geht’s nach Tacoma

wir können nochmals den Genaker setzen

wir können nochmals den Genaker setzen

sieht komplizierter aus als es ist

sieht komplizierter aus als es ist

Cape Flattery

Cape Flattery

westlichster Leuchtturm von Kontinental USA

westlichster Leuchtturm von Kontinental USA

Max hat alles im Griff

Max hat alles im Griff

unsere Route ab Panama. Die Kreise markieren Tagesetappen.

unsere Route ab Panama. Die Kreise markieren Tagesetappen.

Der Nebel in der Juan de Fuca Strait ist dicht!

Der Nebel in der Juan de Fuca Strait ist dicht!

mystischer Effekt

mystischer Effekt

In Port Townsend ist ein Holzboot-Treffen, hier das grösste Exemplar von 1922

In Port Townsend ist ein Holzboot-Treffen, hier das grösste Exemplar von 1922

Festzelte werden montiert

Festzelte werden montiert

Port Townsend

Port Townsend

bei ruhigem Wetter unterwegs

bei ruhigem Wetter unterwegs

wir geniessen unsere letzten Fahrten

wir geniessen unsere letzten Fahrten

noch einmal werden die Segel zum Trocknen gesetzt

noch einmal werden die Segel zum Trocknen gesetzt

Diese Schnellfähre ist mit nahezu 30 Knoten unterwegs

Diese Schnellfähre ist mit nahezu 30 Knoten unterwegs

Immer wieder kreuzen wir Fährkurse

Immer wieder kreuzen wir Fährkurse

Die Skyline von Seattle

Die Skyline von Seattle

Frachter unterwegs nach Tacoma

Frachter unterwegs nach Tacoma

unser letzter Ankerplatz mit herrlicher Sicht nach Seattle

unser letzter Ankerplatz mit herrlicher Sicht nach Seattle

wir nehmen die letzte Etappe in Angriff

wir nehmen die letzte Etappe in Angriff

Mount Hood zeigt sich noch einmal

Mount Hood zeigt sich noch einmal

auch auf der letzten Fahrt wird noch gebastelt

auch auf der letzten Fahrt wird noch gebastelt

der Mount Rainer zeigt sich majestätisch: Knapp 4'400 Meter!

der Mount Rainer zeigt sich majestätisch: Knapp 4’400 Meter!

kurz vor Tacoma

kurz vor Tacoma

der Schnee ist noch lange nicht geschmolzen

der Schnee ist noch lange nicht geschmolzen

Blick zurück in den Puget Sound

Blick zurück in den Puget Sound

Wasser-Tourismus pur

Wasser-Tourismus pur

Auf Warteposition für das Anheben der Brücke

Auf Warteposition für das Anheben der Brücke

langer Wartesteg

langer Wartesteg

kurz vor 15 Uhr fahren wir Richtung Brücke

kurz vor 15 Uhr fahren wir Richtung Brücke

Extra für PussyCat. Welche Ehre zum Abschluss!

Extra für PussyCat. Welche Ehre zum Abschluss!

PussyCat wartet hier auf neue Besitzer

PussyCat wartet hier auf neue Besitzer

Wir haben 27511 sm zurückgelegt

Wir haben 27511 sm zurückgelegt

Dampfboote haben ein Treffen

Dampfboote haben ein Treffen

Ein besonders hübsches Exemplar

Ein besonders hübsches Exemplar

unser Dampfschiff-Kapitän

unser Dampfschiff-Kapitän

Foss Harbor Marina

Foss Harbor Marina

Bei Ebbe ist man schön im Keller

Bei Ebbe ist man schön im Keller

Glasmuseum in Tacoma

Glasmuseum in Tacoma

Spezielle Skulpturen im Wasser

Spezielle Skulpturen im Wasser

Rathaus (ehemals Bahnhof der Union Pacific Railroad)

Rathaus (ehemals Bahnhof der Union Pacific Railroad)

"Glasbrücke"

“Glasbrücke”

über 100 Jahre alt, frisch renoviert

über 100 Jahre alt, frisch renoviert

sieht wirklich aus wie neu

sieht wirklich aus wie neu

PussyCat am Steg

PussyCat am Steg

Künstler im Glasmuseum an der Arbeit

Künstler im Glasmuseum an der Arbeit

hier soll ein gläserner Hotdog entstehen (Spezielle Order von China?!)

hier soll ein gläserner Hotdog entstehen (Spezielle Order von China?!)

Die Glaskunst von David Huchthagen hat es uns besonders angetan!

Die Glaskunst von David Huchthagen hat es uns besonders angetan!

Blume mit Schlange. Super-grazile Glas-Skulptur

Blume mit Schlange. Super-grazile Glas-Skulptur

Im Innern dieses Kegels befindet sich das Glas Studio für die Künstler

Im Innern dieses Kegels befindet sich das Glas Studio für die Künstler

südliche Brücke im "Thea Foss Waterway"

südliche Brücke im “Thea Foss Waterway”

Am Montag Morgen beim aufstehen fällt uns als erstes auf, dass es von draussen stinkt, als ob wir mitten in einem Diesel-See schwimmen würden. Ein Blick nach draussen ergibt fast genau dieses Bild! Schon kurze Zeit später kommen drei Coast Guard Offiziere und beginnen die Sache zu untersuchen. Unser Stegnachbar, ein grosser Fischerkahn, ist ausgelaufen, aber offensichtlich verantwortlich für das Desaster. Der ganze Steg auf seiner Seite ist mit Diesel imprägniert. Unsere Fender, die wir sehr tief hängen mussten, haben auch Ihr Teil abbekommen! Das musste jetzt also auch noch sein?

Kurz vor Mittag laufen wir aus und sind froh, dem Gestank zu entkommen. Die Columbia River Bar zeigt sich für uns erneut von der gutartigen Seite. Nachdem wir gen Norden abdrehen können, setzen wir den Genaker und segeln richtig gemütlich in den Nachmittag hinein. Vor dem Einnachten wechseln wir auf die Genua, weil auf die Nacht eher starker Wind angesagt ist. Das trifft dann zwar nur bedingt ein, aber wir sind wohler so. Die Nacht verläuft ruhig und wir nehmen eine Maschine zu Hilfe. Am Morgen legt der Wind bis 27 Knoten zu und wir laufen unter Genua 7-8 Knoten. Am Cape Flattery ist dann sowohl mit Seegang als auch Wind schlagartig Ende und wir motoren die letzten Meilen nach Neah Bay, wo wir vor Anker gehen. Den Rest des Tages verbringen wir mit Lesen und Faulenzen.

Um 8 Uhr gehen wir Anker auf und laufen bei fast vollständiger Flaute, aber ziemlich dichtem Nebel unter Maschinen die 54 Meilen nach Port Angeles. Ab 11 Uhr schiebt der Flutstrom zunehmend mit, Spitze ist 10 Knoten über Grund! Das Wetter klart immer mehr auf, schliesslich scheint sogar zeitweise die Sonne. So erreichen wir Port Angeles kurz vor 4 Uhr und gehen an unseren angestammten Platz, den wir nach telefonischer Anfrage wieder erhalten haben. Das Wetter ist jetzt regnerisch und soll auch für die nächsten zwei Tage so bleiben.

Wir überlegen uns, was wir alles vom Schiff nach Hause transportieren wollen. Ein reger Mailverkehr mit einem Transportunternehmen in Tacoma lässt schliesslich die anfangs hochtrabenden Pläne massiv schrumpfen! „Ballast abwerfen“ ist einmal mehr die Devise. Wie war es doch einfach, mit Beat’s Chrysler Voyager all das Material nach Frankreich, resp. Norddeutschland zu transportieren! Kein Mensch hat nach Zollformalitäten gerufen. Der Heimweg von USA aus verspricht da, um einiges steiniger zu werden! Auch die Zollformalitäten für den Import des Schiffes in die USA sind ziemlich aufwändig. Dieser ist aber Voraussetzung, dass der Yachtbroker PussyCat überhaupt zum Verkauf ausschreiben darf. Ich sitze also einige Stunden am Computer!

Auf dem Weg nach Tacoma möchten wir uns noch Port Townsend ansehen. Die Stadt hat Norwegische Wurzeln und soll sehr schön restauriert sein. Auf Anfrage erhalten wir jedoch erst am Montag einen Platz in der kleineren Marina etwas nördlich der Stadt. Am Montag ist Labor Day, das bedeutet ein verlängertes Wochenende zum Saisonabschluss, deshalb ist alles ausgebucht.

Am Samstag gehen wir in die Stadt zum Nachtessen. Auch hier: Alle guten Restaurants sind voll und haben eine Wartezeit von bis über einer Stunde. So testen wir einen Chinesen, dessen Lokal fast leer ist. Entsprechend ist dann auch die Qualität der Küche!

Am Sonntag ist schönes Wetter mit blauem Himmel, aber über der Juan de Fuca Strait liegt ein dichter Nebel. Wir sehen nicht einmal die eine Meile entfernte Aussenmole der grossen Hafenbucht. Die Grossschiffe warnen die Kleinen durch regelmässige Hornsignale. Ohne Radar und AIS wäre es schon fast fahrlässig jetzt rauszufahren.

Am Montag legen wir uns zuerst ans Fuel Dock und füllen die Tanks. Seit dem letzten Mal in Friday Harbour haben wir etwa 400 Liter verbraucht. Die Maschinen sind auch viel gelaufen, meist sogar beide miteinander. Meine Abrechnung ergibt, dass die wie üblich veranschlagten 2,7 Liter/Stunde für die Hauptmaschinen und 1,8 Liter für den Generator genau hinkommen.

Auch jetzt auf der Fahrt nach Port Townsend lassen wir beide Motoren laufen, wir haben Gegenstrom bis zu 2,5 Knoten. Die aktuelle Mondphase bedeutet, dass wir fast den ganzen Tag Ebbstrom haben. Um Pt. Wilson zieht dann aber der Flutstrom richtig mit und wir werden mit über 10 Knoten förmlich um die Ecke gespült. In der Marina gehen wir längsseits an die lange Gästepier. Der Liegepreis ist dann allerdings fast schmerzhaft hoch: 82.-$ pro Nacht mit Elektrisch. Das ist teurer als in der Van Isle Marina nördlich Sidney/Vancouver Island!   Der absolut perfekte bauliche und technische Standard und auch die hübschen und sehr freundlichen Mädchen am Empfang fehlen hier allerdings gänzlich! Das Wasser rinnt kraftlos aus dem Schlauch, obwohl die Möwen nach ihrem Kirschen-Diebstahl mit blau-violetten Enddarm-Ergüssen das ganze Deck versch… haben; nicht einmal ein WiFi gibt es. Zwei Tage scheinen uns demnach mehr als genug! Überhaupt spüre vor allem ich so langsam den berühmten Stalldrang. Der grundsätzliche Entscheid ist gefallen, wir möchten eigentlich nach Hause!

Der Rest des Tages ist regnerisch und kühl. Das Wetter hat überhaupt seit dem Wochenende, als wir von Portland aufgebrochen sind, total umgestellt. Im Nordpazifik zieht wieder ein Sturmtief nach dem anderen über den Golf von Alaska. Zwar ist das Hoch noch vorhanden, liegt aber weiter südlich und schwächelt immer wieder. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die grossen Tiefdruckgebiete wieder bis an die Küste von British Columbia durchdrücken. „Es härbschtelet zümftig“!

Wegen des trüben Wetters macht auch der Spaziergang durch die Stadt keinen richtigen Spass. Wir kehren auf das Schiff zurück und machen wieder einmal ein Spiel: „Phase 10“ ist immer noch der Renner, aber Achtung: Frustgefahr!

Am Donnerstag fahren wir weiter, das Wetter ist wieder schön. In der Bucht von Port Blakely gehen wir vor Anker. Die abendliche Sicht auf Seattle Downtown ist spektakulär. Unser voraussichtlich letzter Abend am Anker mit der PussyCat lässt etwas Melancholie aufkommen, die ich erfolgreich mit einer guten Kubanischen Zigarre vertreibe. Eine kleine Hallberg Rassy legt sich in einiger Entfernung auch vor ihren Anker, sonst herrscht ziemliche Einsamkeit. Von den Häusern rundherum hört man nichts.

Wir sind schon ziemlich weit im Puget Sound und nur noch 24 Meilen von Tacoma entfernt. Es erstaunt uns sehr, wie sauber das Wasser immer noch ist. Vor der Bucht liegt der „Blakely Rock“, mit etwa 7 Tauchplätzen offenbar ein kleines Unterwasser-Paradies. Ein Tauichboot liegt denn auch schon am Morgen an einer Boje. Bei schönstem Wetter laufen wir die letzten Meilen nach Tacoma. Um 13:15, ca. eine Stunde vor der Brücke im „Thea Foss Waterway“ rufe ich den Brückenwart an. Um 15 Uhr will er die Brücke für uns anheben. Mit 19 Metern Durchfahrtshöhe im Normalzustand reicht es für PussyCat nicht. Am grossen Public Dock legen wir uns in Warteposition und kurz vor 15 Uhr fahren wir die Brücke an. Pünktlich steigt der Mann in sein Kabäuschen und die Brücke hebt sich an. Unmittelbar nach der Brücke erwartet uns bereits Matthew auf seinem Kat und weist uns ein. Ich muss mit Seitenwind rückwärts in die schmale Einfahrt und dann um 90° abdrehen, um an den Liegeplatz zu kommen. Definitiv eine Geschicklichkeitsübung, die wir aber auch noch meistern.

Unsere Ankunft am Ziel feiern wir mit einer Flasche Sekt und Lachsbrötchen.

Am Wochenende findet am öffentlichen Steg beim Foss Waterway Seaport Museum ein Steamboat-Treffen statt. Wir lassen uns sagen, dass es einen weltweiten Club von Dampfboot-Eigentümern (oder Betreibern) gibt, darunter übrigens auch zwei Schweizer. Wir wissen jedenfalls sicher von zwei Dampfbetriebenen Privatbooten in Pfäffikon/SZ am Obersee. Die engagierten Nostalgiker machen Gratisfahrten, wir steigen also in eines der Schiffe ein, in dem der Dampfkessel schon heiss ist, und lassen uns die Technik etwas erklären. Die Maschine wird mit einem Oelbrenner beheizt, ansonsten ist die ganze Technik sehr „old fashioned“, absolut vergleichbar mit einer kleinen Spielzeug-Dampfmaschine aus meiner Kinderzeit. Die Fahrt ist dem technischen Stand entsprechend: Langsam, aber sehr beschaulich.

Anschliessend besuchen wir das Museum, das vor allem einige ganz schöne Holzruderboote zeigt. Ausserdem erfahren wir, das Thea Foss, nach der der Waterway benannt ist, eine Norwegische Immigrantin war. Mit ihrem Mann, einem norwegischen Schiffsbauer, hat sie zuerst einen Fährservice mit Ruderbooten über den Waterway aufgebaut. Da die Union Pacific Railway Company 1883 hier in Tacoma ihren westlichen Endbahnhof etabliert hatte, herrschte ein reger Güter- und Personen-Verkehr. Mit dem Kauf eines ersten Hafenschleppers begann der Aufbau zum heute weltweit führenden Schlepper-Unternehmen, immer noch unter dem Namen Foss. Selbstverständlich handelt es sich ausschliesslich um Hafenschlepper, sogenannte „Tug Boats“ und nicht etwa um die bei uns in Europa zu trauriger Berühmtheit gelangten Flüchtlings-Schlepper-Banden!

Das Museum of Glass ist ebenfalls ein lohnendes Ziel! Die unglaubliche Vielfalt und Farbenpracht von Glasbläser-Kunstwerken aller Art erinnert natürlich stark an die Insel Murano in Venedig. Die Spezialausstellung von David Huchthagen hat es uns ganz besonders angetan. Seine Glasskulpturen aus geschnittenem, geklebtem und optisch poliertem Glas sind absolut einzigartig und faszinierend. Leider vermutlich für unser Budget unerschwinglich. Ein Blick ins Internet lohnt sich!

Am Dienstag kommt Terry Larson an Bord, um die PussyCat für die Bemessung des Einfuhrzolles zu bewerten. Das kostet uns zwar 528.- Dollar, aber andernfalls hätten wir die Kaufsumme als Grundlage einsetzen müssen. Seine konservative Schätzung zu Handen der Zollbehörden liegt bei 355‘000.- US$, also fast 100‘000.-$ tiefer, als der geplante Verkaufspreis, vom damaligen Erstehungspreis in Euro ganz zu schweigen. Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Wir beginnen langsam aber sicher mit den Einwinterungs-Arbeiten: Den Wassermacher legen wir fachgerecht still, inklusive Frostschutz, sämtliche Scheiben und Luken werden poliert, damit sie schmutzabweisend sind, Die Genua kommt in den Segelstauraum, das Dinghy mit Decke versehen, usw. Eine erste Serie Heavy Duty Kartonschachteln vom „Home Depot“ stehen auch schon herum. Wir können aber immer noch nicht richtig abschätzen, wie viel Material am Schluss zum Verschiffen zusammen kommt. Fast die Hälfte des ganzen Tauchmaterials lassen wir auf dem Schiff, es bleiben immer noch zwei gefüllte Tauchrucksäcke!